Alle reden über das Klima – Auswirkungen auf die Gesundheit

Petershagen. Vielfältige Wetter- und Klimaerscheinungen beeinflussen unser gesamtes Leben. Die Auswirkungen auf unsere Lebensqualität sind dabei sehr unterschiedlich und haben natürlich Folgen für unsere Gesundheit. Dabei gibt eine unterschiedliche Anzahl von Risikofaktoren.  Die Beziehungen zwischen Temperatur, Feuchte, Sonnenstrahlung und Wind sind wesentlich für unser Wohlbefinden.

Mehrtägig anhaltende extreme Hitze enthält ein besonders hohes Risikopotential. Dabei ist es völlig unerheblich ob es sich um „heiße Tage“ (Höchsttemperatur mehr als 30 Grad) oder „Tropennächte“ (Tiefsttemperatur nicht weniger als 20 Grad) handelt. Tage mit Extremwerten treten regional ungleich verstreut und verschieden stark ausgeprägt auf. So auch hier bei uns in Petershagen und Umgebung in den letzten Jahren (Sommer 2018 und 2019). Tropennächte treten in Innenstädten häufiger auf als in ländlicher Umgebung. Die Hitzebelastung ist von zentraler gesundheitlicher Bedeutung. Das kann bei gefährdeten Personen zu Problemen des Herz-Kreislaufsystems führen.  

Die „gefühlte Temperatur“ beschreibt das Temperaturempfinden eines Menschen in Abhängigkeit der oben genannten Parameter. Kommt Schwüle hinzu tritt bei hoher Luftfeuchte ein Wärmestau auf, weil der Körper die Wärme durch Schwitzen nicht mehr abgeben kann. Das kann extrem zum lebensbedrohlichen Hitzschlag führen. Vorsicht ist geboten bei besonders hoher Feuchtigkeit in der Luft, die für den Schwüle-Effekt sorgt. Die amtliche Tabelle des Deutschen Wetterdienstes zeigt auch Gefährdungen bei tiefen Temperaturen.

Bei starker Sonnenstrahlung entsteht Ozon in Bodennähe, das als sehr gesundheitsgefährdend und giftig eingestuft ist. Ozon ist ein Reizgas und geruchlos, stechend scharf bei sehr hohen Konzentrationen.  An heißen Sommertagen entsteht das in Bodennähe Ozon aus einer Reaktion zwischen Stickstoffdioxid und Sauerstoff unter dem Einfluss von UV-Strahlung. Spätnachmittags werden in ländlichen Regionen die höchsten Werte erreicht. Die Schleimhäute der Augen und Atemwege werden stark gereizt, ferner wird die Lungenfunktion einschränkt und die körperliche Leistungsfähigkeit unter anderem beim Sport gestört. Allgemeine Symptome sind starke Kopfschmerzen, Erschöpfung, Benommenheit und Zusammenbruch des Kreislaufs, weil das Kühlsystem des Körpers nicht mehr ausreichend funktioniert. Besondere Vorsicht ist bei älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen geboten. Schadstoffe in Bodennähe gefährden kleine Kinder, die sich auf einer Höhe mit Kraftfahrzeugen befinden. 

Smog ist die Kombination aus Rauch und Nebel und steht für eine starke Ansammlung von Schadstoffen in den untersten Luftschichten. Er entsteht oft bei Hochdruckwetterlagen, die eine markante Inversion aufweisen, weil der Vertikalaustausch der Luft behindert wird. Bei allen Einträgen in die Luft sind als Quellen zu benennen: Heizkraftwerke, Verbrennungsanlagen aller Art, der Verkehr und verschiedene Industrieanlagen. Die ausgestoßenen Schadstoffe von Industrieanlagen zeigen manchmal eine gelbgefärbte Wolkenfahne (Schwefel) und bilden oft bei entsprechender Feuchte Nebel. Weitere Gesundheitsrisiken entstehen durch den Feinstaub in der Luft. Bei diesen Wetterlagen werden die Warnungen in allen Medien veröffentlicht.

Text: Klaus-Peter Vogel, Foto: Krischi Meier